Achtung:
Die nachstehenden Angaben sind nur für bestehende Anlagen gültig.
Man hat die Einspeisevergütung so gesenkt, dass nur noch ein privater Gebrauch interessant ist.
Persönlich denke ich, dass dies kurzfristig geaendert wird.

 

Großes Solarenergiepotenzial / Bisher nur geringe Investitionen

Der türkische Markt für Photovoltaik-Anlagen bietet grundsätzlich ein erhebliches Investitions- und Absatzpotenzial. Trotz der vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes hält sich die Projekttätigkeit in diesem Bereich noch in überschaubaren Grenzen. Das bislang begrenzte Engagement der Investoren lässt jedoch für die bevorstehenden Jahre vermehrte Aktivitäten erwarten, nachdem die gesetzlichen Voraussetzungen für die Einspeise-Vergütungen vorliegen und 2012 mit der Vergabe von Photovoltaik-Lizenzen begonnen wurde. (Anfragen nach Lizenzen Mundus-Capital).

Die Förderung und der Ausbau von erneuerbaren Energien ist ein wichtiges Ziel der türkischen Energie- und Wirtschaftspolitik. Bis zum hundertjährigen Bestehen der Türkischen Republik im Jahr 2023 soll der Anteil der regenerativen Energien (einschließlich Wasserkraft) an der Elektrizitätserzeugung auf mindestens 30% steigen. Das Land ist bei der Versorgung mit Energierohstoffen in hohem Maße von Importen abhängig. Einheimische Vorkommen von Braunkohle, erneuerbare Energien einschließlich Wasserkraft sowie Brennholz und als Brennstoff verwendete Tier- und Pflanzenabfälle können zusammen nur circa 24% des Primärenergieverbrauches decken. Die hohe Einfuhrabhängigkeit im Energiesektor stellt für die Handels- und Leistungsbilanz eine erhebliche Belastung dar. Jahr für Jahr müssen hohe Devisenbeträge für Energieimporte ausgegeben werden.

Bezüglich der Entwicklung des langfristigen Energiebedarfs in der Türkei setzt die staatliche Stromübertragungsgesellschaft TEIAS für den Zeitraum 2011 bis 2020 in ihrem niedrigen Szenario jährliche Steigerungsraten von 6,2 bis 6,6% und im höheren Szenario von 7,2 bis 7,6% an.

Bei der Verbesserung der ungünstigen Versorgungsstruktur kommt erneuerbaren Energien und damit der Sonneneinstrahlung eine große Bedeutung zu, zumal in der Bevölkerung ein steigendes Bewusstsein für umweltfreundliche Energien zu beobachten ist. Damit öffnen sich auch Chancen für die Photovoltaik-Nutzung.

Mit einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 2.640 Stunden im Jahr oder 7,2 Stunden am Tag besitzt die Türkei nach Angaben des staatlichen Instituts für Elektrizitätsstudien (Elektrik Isleri Etüt Idaresi, EIE) das Potenzial, jährlich rund 380 Mrd. kWh aus dieser Quelle zu erzeugen. Die Intensität beträgt 1.311 kWh/qm und Jahr, welches einen Tagesmittelwert von 3,6 kWh/qm pro Tag ausmacht.

Mit Gesetz Nr. 6.094 vom 29.12.10, veröffentlicht im Staatsanzeiger Resmi Gazete vom 8.1.11, wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für Solarenergieinvestitionen verbessert. Durch Änderungen am früheren Gesetz Nr. 5.346 vom 10.5.05 wurden die Einspeisevergütungen für die unterschiedlichen erneuerbaren Energien neu festgesetzt. Dabei wurde gegenüber der bis dahin gültigen Fassung die Währung für die Einspeise-Vergütung von Euro auf US-Dollar umgestellt.

Nach den Bestimmungen des Gesetzes Nr. 6.094 (Tabelle I im Anhang zum Gesetz) beträgt der Einspeisesatz für Solarenergie 13,3 US-Cent/kWh. Diese Regelung gilt für Photovoltaik-Anlagen, die bis zum 31.12.15 in Betrieb gehen, für eine Zeit von zehn Jahren. Sollten Anlagen danach die Produktion aufnehmen, kann die Regierung für diese andere Preise festlegen. Diese dürfen jedoch die bisher bestehenden Preise nicht überschreiten. Mit dem genannten Gesetz wurde eine Regelung zur Förderung der lokalen Herstellung von Energieanlagen eingeführt. Danach erhöht sich der Einspeisesatz um festgelegte Beträge pro kWh, wenn bestimmte Teile und Komponenten in der Türkei hergestellt worden sind (Local Content).

Zusätzliche Einspeisevergütung bei lokaler Beschaffung

Kraftwerkstyp Im Inland gefertigte Komponenten Zusatzvergütung für lokale Beschaffung (US-Cent/kWh)
C. Photovoltaik-Anlage 1. Mechanische Aufbauten und Modulhalterungen 0,8
2. Photovoltaik-Module 1,3
3. Solarzellen 3,5
4. Wechselrichter 0,6
5. Materialien zur Ausrichtung der Solarmodule zur Sonne 0,5

Quelle: Gesetz Nr. 6.094, Anhang - Tabelle II

In Anbetracht der Staffelung der Einspeise-Vergütung in einen Basissatz und zusätzliche Beträge bei lokaler Beschaffung von Komponenten der Anlagen wird die Fertigung in der Türkei an Gewicht gewinnen. Türkische Unternehmen suchen hierzu Partnerschaften mit etablierten Herstellern. Hintergrund solcher Kooperationen ist auch die mögliche Bedienung regionaler Märkte.

Nach den Vorstellungen der türkischen Regierung sollen bis 2013 mehrere Projekte für die Errichtung von Solarenergiekraftwerken durchgeführt werden. Das Ministerium für Energie und Naturressourcen hat durch eine Bekanntmachung insgesamt 27 Provinzen im Süden des Landes als geeignete Gebiete für den Ausbau der Solarenergie ausgewiesen. Auf diesen Arealen können Investoren bis Ende 2013 Photovoltaik-Parks bis zu einer Kapazität von insgesamt 600 MW errichten.

Verschiedene türkische Banken bieten Förderkredite für Investitionen in Projekte zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an. Sowohl internationale Organisationen wie die Weltbank als auch Fördereinrichtungen einzelner Länder wie Frankreich und Deutschland stellen den Banken für diesen Zweck regelmäßig Kreditlinien zur Verfügung. So hat die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im einen Betrag von 150 Mio. Euro für mittelständische Investitionen in erneuerbare Energien zur Verfügung gestellt, der über die türkische Deniz Bank vermittelt wird.

 

 

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